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Quests Dudelsäcke und Flöten

Quest hält einen große Highland-Dudelsack hoch. Auf einem Stuhl vor ihm liegen ein irischer Dudelsack, eine Border-Pipe, Holzquerflöten und Tin-Whistles
Quest spielt Highland-Bagpipes und andere schottische, irische und französische Dudelsäcke, irische Holz-Querflöte und Tin-Whistle Foto: www.tom-wolf.com

Quest, Dudelsackpfeifer und Flötist, und seine Instrumente

Schottische Dudelsäcke

Quest ist als Highland-Piper bekannt, da er in der Öffentlichkeit vorwiegend als außergewöhnlicher Spieler der "Great Scottish Highland-Bagpipes" in Erscheinung tritt.
Die Highland-Pipes sind somit neben der Querflöte sein "Hauptinstrument".
Quest versteht allerdings alle seine Highlandpipes (in drei Größen und Lautstärken) zusammen mit seinen "Border-Pipes" als "ein Instrument", da er auf diesen dasselbe breite Repertoire in derselben erweiterten Fingertechnik spielt.
Als einziger Piper in Mitteleuropa kann Quest mit Original Highland-Bagpipes auftreten, die LEISER sind als die "normalen"!

Irische, französische und andere Sackpfeifen

("Sackpfeife" ist der korrekte deutsche Begriff für das neudeutsche Wort "Dudelsack")
Um ein noch größeres Repertoire aus traditioneller und historischer Musik aus Schottland, Irland, Frankreich, England und dem deutschsprachigen Mitteleuropa auf Sackpfeifen spielen zu können, spielt Quest die irischen "Uilleann-Pipes" (oder "Union-Pipes"), die "Scottish Smallpipes" und die deutsch-französische "Schäferpfeife" (Cornemuse du Centre).
Sein neuestes Instrument ist der gelungene Nachbau einer "Pastoral Pipe" des 18. Jahrhunderts.
Selten spielt Quest auch mal die galizische "Gaita" (aus Nordwestspanien).

Querflöten und Whistles

Quests andere große Liebe gehört neben seinen (Tin-)Whistles in allen Größen und Tonarten der Holzquerflöte mit Halbtonklappen, heute bekannt als "Irish Concert-Flute". Hierbei handelt es sich um die späteste Form der Barocktraversflöte, wie sie bis ca. 1840 in britischen Symphonieorchestern gespielt wurde.

Quests Instrumente im Einzelnen

Die verwendeten Instrumente sind weitgehend Nachbauten historischer Originale

Sackpfeifen

Quest spielt einen große Highland-Dudelsack und trägt schottische Tracht
Quest und seine Great Highland-Bagpipes Foto: www.tom-wolf.com

Quests Great Highland-Pipes

Das Kriterium für alle schottischen Chanter (außer bei Smallpipes) ist für Quest, dass ein sauberes "C-natural" darauf spielbar ist, auch in schnellen Läufen.
Quest spielt seit ca. 1989 ein Set Lawrie-Drones mit Chalice-Tops und Button-Mounts, gebaut zwischen 1930 und 1950.
Sein erster Chanter, ein alter "MacPherson" (wahrscheinlich von Jim Tweedie's Hand),von Quest im Alter vom 15 Jahren gekauft, ist leider nicht mehr spielbar.
Seit ca. 2009 spielt Quest den besten GHP-Chanter, den er sich vorstellen kann: Ein Bb-Chanter von Hamish & Fin Moore, ein Modell angelehnt an die Chanter der 1880er Jahre.
Quests "Zweit-Set" Great-Highland-Bagpipes ist eines aus Gillanders-&-MacLeod-Sticks-&-Stocks mit einem Shepherd-Chanter aus den 1990er Jahren. Dieses Set benötigt Quest, wenn er mit anderen Pipern in moderner hoher Stimmung spielen möchte.

Quests historische Great Highland Bagpipes

Für einige seiner Programme mit historischer Musik spielt Quest einen weiteren großartigen Chanter aus der Werkstatt von Hamish & Fin Moore: eine Kopie des Chanters des "Black-Set-of-Kintail", einer Highland-Bagpipe von 1785. Dieses Instrument hat einen etwas sanfteren Klang als die modernen Highland-Pipe-Chanter, und es spielt in A, so dass das Zusammenspiel mit Geigen leicht möglich ist.
Quest verwendet er für Auftritte mit historischen Programmen seine Lawrie-Drones von 1930-50: Sie geben mit ihren "Chalice-Tops" (Pokalförmigen Schalltrichtern), "Button-Mounts" und mit "Combing", aber ohne "Beading"-Drechsel-Verzierungen das Design von Highland-Bagpipe-Drones des 18. Jahrhunderts wieder.
Vor allem ihr Sound ist zwar kräftig, aber mild und freundlich, besonders, wenn sie in A gespielt werden, und nicht so "blökend", wie der vieler moderner Great-Highland-Pipes.
Wie Quest es schafft, dass dieselben Drones in Bb und in A spielen können, gehört zu seinen vielen Tricks, die er sich in viele Jahrzehnten als Piper erarbeitet hat.

Ein Tisch mit drei von Quests Dudelsäcken: eine Highland-Reelpipe, eine ¾-Bagpipe und eine Border-Pipe
Quests Highland-Reelpipes, ¾-Bag­pipes und Border-Pipes Foto: www.tom-wolf.com

Quests LEISERE Highland-Bagpipes: "Reel-Pipes"

"Reel-Pipes" war ein Sammelbegriff für historische schottische Sackpfeifen mit konisch-gebohrtem Chanter, die etwas leiser waren als die heute noch weltweit gespielten "Great Highland-Bagpipes".
Es gab sie in Bauarten, in denen sie vom Spieler mit der Lunge geblasen wurden und in Bauarten, in denen sie mit einem Blasebalg mit Luft versorgt wurden.
Beide waren in den Highlands vor allem dazu gedacht, Musik zum Tanzen zu spielen, daher der Name "Reel-Pipes": der Reel war der beliebteste Tanz in Schottland. In der mundgeblasenen Version werden sie von Joseph MacDonald 1760 beschrieben.
Quests mundgeblasene Reel-Pipes sind ein "¾-Set" Lawrie-Drones von ca. 1920 sowie ein Set Drones in etwa halber Lautstärke, die vom Pipemaker Nigel Richard für Quest angefertigt worden sind. Mit diese beiden Drone-Sets spielt Quest einen Chanter (Melodiepfeife), die der hervorragende Pipemaker Andreas Rogge um 1990 für ihn angefertigt hat. Welche Drones Quest wählt, hängt von der Akustik des Auftrittsortes ab.
Das "½-Set" ist aufgrund seines Designs auch für historische Aufführungen geeignet.
Blasebalg-betriebene "Reel-Pipes" werden heute oft "Lowland-Pipes" oder "Border-Pipes" genannt:

Quest spielt ein Set Border-Pipes
Quest spielt ein Set Border-Pipes, das nach Plänen von ca. 1750 gebaut worden ist Foto: www.tom-wolf.com

Border Pipes

In den Lowlands (diese umfassten die Border-Region und die Ostküste bis Inverness) waren die Blasebalg-betriebenen "Reel-Pipes" das Instrument der "Town-Pipers", der "Stadtpfeifer", die den städtischen Tages- und Jahreslauf musikalisch regelten (aber natürlich auch zum Tanzen spielten). Darum werden sie heute "Lowland-Pipes" oder "Border-Pipes" genannt, obwohl es sie in den Highlands genauso gab. (Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die heute sogenannten "Highland-Pipes" in den Lowlands irgendwann aus der Mode kamen, und nur noch in den Highlands gespielt wurden, daher "Highland-Pipes". Und dann musste es eben auch "Lowland-Pipes" geben ...) Quests Border-Pipes sind sein ganzer Stolz: Sie sind exakt nach historischen Plänen von etwa 1740-1760 von Hamish Moore und seinem Sohn Fin Moore aus Pyrenäen-Buchsbaum und Silber gebaut worden. Der Chanter ist eine Entwicklung von Hamish Moore.
Sie erklingen in A myxolydisch und D, die Drones sind in A, a und e gestimmt und sehr volltönend, aber nicht zu laut. Die Lautstärke des gesamten Instrumentes ist perfekt, um mit einer Geige oder einer Bratsche im Duett zu spielen, ohne diese zu übertönen (die Geigenklänge verschmelzen nur aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Sound der Border-Pipe.)

Quest sitzt und spielt Union-Pipes, er trägt einen Tweed-Anzug mit Knickebocker-Hosen
Quest spielt ein Half-Set Union-Pipes (Uilleann-Pipes) und trägt einen Tweed-Anzug aus der Zeit um 1920 Foto: www.tom-wolf.com

Union-Pipes (Uilleann Pipes)

Quest spielt ein Half-Set einer "Union-Pipe" (aka "Uilleann-Pipes"), das vom großartigen Pipe-Maker Andreas Rogge gebaut wurde (nicht unerwähnt bleiben dürfen hier die Drechselkünste von Heike Horstmann).
Die Union- oder (seit 1911) "Uilleann"-Pipes haben sich ab ca. 1760 aus den "Pastoral-" oder "New Bagpipes" entwickelt und wurden von einem Instrument der städtischen Oberschicht in ganz GB und Irland zu den "Irish Pipes", DER Sackpfeifenform für irische traditionelle Musik. Diese Union-Pipes spielen zwei Oktaven und haben Klappen für alle Halbtöne. Beim "Half-Set" fehlen die "Regulators" genannten Harmoniepfeifen.

Pastoral Pipes ("New Bagpipes)

Quests neueste Errungenschaft ist eine wunderbar spielbare Rekonstruktion der "Pastoral Pipe" (aka "New Bagpipes"). Es handelt sich um eine ausgestorbene Sackpfeifenform des 18. Jahrhunderts. Bisherige Nachbauten von Museums-Exemplaren haben Quest nicht überzeugt. Dieses wunderbare Exemplar hat kein geringerer als Andreas Rogge rekonstruiert.
Zwischen 1700 und 1728 entstand die "Pastoral Pipe" unter dem Einfluss der Barock-Oboe, wahrscheinlich in London. Bald wurde sie für wohlhabende Musik-Liebhaber in Edinburgh, Aberdeen, Dublin und Newcastle gebaut. Sie war ein Instrument für die städtischen Oberschichten, weder irisch noch schottisch noch englisch, sondern "urban".
Die Melodiepfeife der Pastoral Pipes kann alles spielen, was die Oboe auch kann: zwei Oktaven mit fast allen Halbtönen - aber in Harmonie mit den Bordunpfeifen.
Die Pastoral Pipes sind ein perfektes Instrument, um die "Sehnsucht nach der Schäferidylle" der feinen Herrschaften im Rokoko musikalisch zu erfüllen.

Scottish Smallpipes

Eine "Scottish Smallpipe" in C, ein wunderbar volltönendes Instrument von Bieger & Kato, Hofheim. Das Design von Quests Set orientiert sich an der "Montgomery-Smallpipe" von 1757.
Die Smallpipes sind eng verwandt mit der französischen "Musette de Cour" und dem norddeutschen Hümmelchen
Sie unterscheiden sich von den anderen Sackpfeifen dadurch, dass ihre Spielpfeifen eine zylindische Bohrung statt einer konischen haben. Durch ihren sanften und tiefen Klang sind sie gut zur Gesangsbegleitung geeignet.

Schäferpfeife

Quest spielt gelegentlich eine "Schäferpfeife" oder "Cornemuse", also eine französische Sackpfeife, wie sie in dieser Stimmung (G) im zentralfranzösischen Berry und in diesem Design in Flandern seit dem 16. Jh. bis heute gespielt wird. Ein ganz ähnliches Instrument ist in Deutschland um 1700 ausgestorben.
Ein dezent klingendes Exemplar aus der Werkstatt von Andreas Rogge.

Flöten

Holz-Querflöte

Quest spielt zwei Holz-Querflöten ("Irish-Flute", in D und Es), die auf den späten Traversflöten-Modellen von Ruddall-&-Rose um 1820-40 basieren. Weiterentwickelt und gebaut wurden sie von Thomas Aebi, Basel, aus "Rosewood" (rotem Jamaikaebenholz) bzw. aus Grenadill mit Silberklappen.

Tin Whistle

Quest spielt eine konisch gebohrte Tin-Whistle aus schwerem vernickelten Messing, gebaut von Michael Copeland, sowie zahlreiche Standard-Whistles aus Messingblech.

Low-Whistles

Quest spielt zahlreiche Low-Whistles mit zylindrischer Bohrung von Colin Goldie.
Für Historische Musik benutzt Quest eine konische Low-Whistle in F aus Buchsbaum-Holz, gebaut vom Pipemaker Jonathan Swayne.

Johanna Wildhack spielt Violine Quest spielt eine Holz-Querflöte
Am liebsten spielt Quest Querflöte im Duett mit Johanna Wildhack an Geige oder Bratsche Foto: N. N.

Fiddle und Viola

Für Quest ist es erfreulich, wenn er so oft wie möglich zusammen mit Johanna Wildhack in den Duos "QuestWind" und "Rebel's Menuet" auftreten kann. Johanna spielt Fiddles, Barockvioline und Viola, ggf. auch Nyckelharpa (Tastenfidel).